Feb
10

T-DMB

DMB ist die gebräuchliche Abkürzung für Digital Multimedia Broadcasting, ein digitales Übertragungssystem. Mit dieser Technik werden Mobilgeräte, wie zum Beispiel Handys, mit Daten versorgt. Wenn diese Datenversorgung über einen Satelliten erfolgt, wird von S-DMB gesprochen. Die Abkürzung S steht somit für „satelite“.

Mit T-DMB wird die Datenversorgung des Handys auf terrestrischem Wege sichergestellt. Terrestrisch bedeutet erdgebunden und bezeichnet eine Übertragung von Hörfunk oder Fernsehen zu Empfängern mit Haus- oder Zimmerantennen sowie zu Autoradios, die gleichfalls mit Antenne ausgestattet sind. Neue Alternativen zur terrestrischen Übertragung sind Übertragungstechniken wie Internet, Kabelfernsehen und Satellitenfernsehen. Hörfunk und Fernsehen werden terrestrisch über UKW, also über ultrakurze Wellen übertragen. Für den reinen Hörfunk werden ergänzend KW (Kurzwelle), LW (Langwelle) und MW (Mittelwelle) genutzt. Die Grundlage für T-DMB ist Digital Audio Broadcasting (DAB) als Standard für den Hörfunk. Digital Audio Broadcasting ist der digitale Übertragungsstandard für einen terrestrischen Empfang von Digitalradio. Im digitalen Rundfunk können aufgrund der verwendeten Technik deutlich mehr Programme als im herkömmlichen analogen Rundfunk empfangen werden. Der Empfang ist störungsfreier, und die Tonqualität deutlich verbessert.

DAB wird durch T-DMB aus technischer Sicht um audiovisuelle Inhalte erweitert. Bisher wurde die DMB-Technik in Deutschland und in Europa kaum kommerziell genutzt, ganz im Gegensatz zu beispielsweise Südkorea.
In den Jahren 2006 bis 2008 wurde der mobile Fernsehdienst „Watcha“ von der Firma Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) im DMB-Verfahren angeboten. Es war die erste Gelegenheit für ein mobiles Fernsehen im Broadcastverfahren. Watcha ermöglichte damals auch einen Radio- und Fernsehempfang auf dem Handy. Mit ARD, ZDF, N24, ProSiebenSat1 Mobile und MTV Music waren fünf TV-Programme zu sehen. Nachdem sich die Europäische Union für das konkurrierende Verfahren „Digital Video Broadcasting Handheld“ (DVB-H) als EU-Norm entschieden hatte und auch die Kundenzahlen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, wurde der Betrieb von Watcha Ende April 2008 eingestellt. DVB-H zählt heutzutage zu den drei gängigen „Handy-TV-Formaten“.

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